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Nahrungsmittel-Intoleranzen

Patrizia Catucci
Patrizia Catucci
Von Nahrungsmittel-Intoleranz spricht man, wenn der Körper auf bestimmte Lebensmittel mit einer Überreaktion des Verdauungsystems reagiert. Die Nahrungsverwertung im Körper funktioniert nicht richtig oder nur ungenügend. Die gängigsten Nahrungsmittel-Intoleranzen und was Sie bei einer Unverträglichkeit tun können, lesen Sie im Beitrag.

Symptome einer Nahrungsmitte-Intoleranz

Die Symptome einer Nahrungsmittel-Intoleranz können vielfältig sein. Am häufigsten kommt es zu allgemeinen Verdauungsbeschwerden wie Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall, Verstopfung oder Unwohlsein bis hin zu Kopfschmerzen oder Atembeschwerden. Treten solche Symptome nach dem Verzehr von Nahrungsmitteln auf, ist eine ärztliche Abklärung sinnvoll.

Unterschied Nahrungsmittel-Allergie / Nahrungsmittel-Intoleranz

Eine Lebensmittel-Allergie im medizinischen Sinne bedeutet eine Überreaktion des Körpers auf eine an sich harmlose Substanz (pflanzliche und tierische Proteine), die zu allergischen Reaktionen führen können.

 

Eine Nahrungsmittel-Allergie wird anhand der Selbstbeobachtung sowie Haut- und Bluttests diagnostiziert (Antikörper können nachgewiesen werden).

 

Bei einer Nahrungsmittelunverträglichkeit oder -Intoleranz hat der Körper die Fähigkeit teilweise oder ganz verloren, einen bestimmten Stoff zu verdauen. Der Körper bildet beispielsweise durch das Fehlen von Enzymen keine Antikörper, sondern reagiert unmittelbar mit Beschwerden auf ein Nahrungsmittel.

 

Intoleranzen können vererbt werden. Auslöser für eine Unverträglichkeit können aber auch anderweitige Erkrankungen, eine Lebensmittelvergiftung (Fische/Pilze) oder der Verzehr von verdorbenen Lebensmitteln sein.

 

Gesundheitliche Reaktionen bei Nahrungsmittel-Intoleranzen sind nicht allergisch bedingt und im Gegensatz zu einer Nahrungsmittel-Allergie nicht lebensbedrohlich. Glücklicherweise sind Nahrungsmittel-Allergien relativ selten.

Die häufigsten Lebensmittel-Intoleranzen:

  1. Fruktose-Intoleranz / -Malabsorption / -Unverträglichkeit
 

Die Funktion des Transportproteins für Fruktose (Fruchtzucker) ist eingeschränkt - Früchte oder mit Fruktose gesüsste Lebensmittel führen zu Beschwerden.

  2. Gluten-Intoleranz / Zöliakie
 

Unverträglichkeit der Klebereiweisse verschiedener Getreidesorten.

  3. Histamin-Intoleranz (Enzym-Mangel/Einschränkung)
 

Histaminhaltige Lebensmittel wie gegärte, gereifte und fermentierte Lebensmittel und Getränke können nicht abgebaut werden.

  4. Laktose-Intoleranz
 

Fehlen des Enzyms Laktase, wodurch der Milchzucker (Laktose) nicht aufgespalten werden kann.

  5. Saccharose-Intoleranz / Saccharase-Isomaltase-Mangel / Saccharose-Isomaltose-Malabsorption
 

Ein inaktives Enzym verhindert eine normale Aufnahme von Haushaltszucker (Saccharose) und Maltose (Malzzucker).

  6. Sorbit-Intoleranz / Sorbit-Unverträglichkeit
 

Durch ein eingeschränktes oder defektes Transportsystem im Dünndarm wird der Zuckeraustauschstoff Sorbit nicht ausreichend abtransportiert.

  7. Weizen-Intoleranz / Weizenunverträglichkeit
 

Intoleranz auf Weizen. Dinkel und Roggen sind ursprünglichere, glutenhaltige Getreidesorten und werden oftmals besser vertragen.

Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten: Was kann ich tun?

Wer auf Lebensmittel anspricht, sollte abklären, auf welche Inhaltsstoffe oder Lebensmittel genau reagiert wird und die Ernährung entsprechend anpassen – idealerweise in Zusammenarbeit mit einer ausgebildeten Ernährungsberaterin.

 

Bei der Nahrungsmittel-Intoleranz ist eine Bestimmung normalerweise eher schwierig, da sie sich mit einem Allergietest (Antikörper im Blut) nicht nachweisen lässt. Deshalb wird mit einer «Weglassdiät» gearbeitet:  Der Betroffene verzichtet für zwei bis vier Wochen auf ein Lebensmittel. Ändert sich am Gesundheitszustand nichts, liegt es höchstwahrscheinlich nicht an diesem Nahrungsmittel. Sind die Symptome weg, könnte dies eine Intoleranz auf das weggelassene Lebensmittel bedeuten.

 

Nach der Diagnose werden die betroffenen Nahrungsmittel gemieden oder stark eingeschränkt. Bei einer Zöliakie zum Beispiel muss jedoch eine streng glutenfreie Ernährung eingehalten werden.

Tipps und Tricks bei Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten

  • Lebensmittel ganz weglassen oder laktose-, fruktose- oder histaminhaltige Speisen in kleinen Mengen und über den Tag verteilt essen, damit sie besser verträglich sind
  • Ernährungstagebuch/Symptom-Tagebuch führen, um den Auslöser zu definieren
  • Gluten- und laktosefreie Produkte kaufen
  • Zutatenlisten lesen, um die Verträglichkeit zu prüfen
  • Neue Gerichte ohne unverträgliche Lebensmittel ausprobieren und eigene «Rezeptdatenbank» auffüllen
  • Bei einer Histamin-Unverträglichkeit möglichst frische Lebensmittel essen, ausserdem auf lange gelagerte oder verarbeitete Nahrungsmittel und Koffein/Teein verzichten
  • Mit einer Sorbit-Intoleranz / Sorbit-Unverträglichkeit: Obst- und Gemüsesorten wie Apfel, Birne, Kirsche, Aprikose, Pfirsich, Weintraube, Aubergine, Brokkoli, grüne Bohne, Fenchel, Paprika, Rosenkohl, Weisskraut und die daraus hergestellten Säfte meiden
  • Schalten Sie öfters ab: Stress und eine ungesunde Lebensweise verstärken die Symptome

aha! Allergiezentrum Schweiz

Broschüren und Infoblätter zu Allergien und Intoleranzen:

 

Mehr Informationen über Allergien und Intoleranzen finden Sie ebenfalls auf der Webseite der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung: http://www.sge-ssn.ch/

1 Kommentar
Frauenknecht 23.03.2021, 19:49

Ich finde den Artikel super spannend, da ich eine Gluten, Weizen usw Unverträglichkeit habe. Zu dem auch auf Kasein. Jedoch habe ich noch nie von anderen gehört, dass jemand das auch hat und noch nie einen Artikel darüber gelesen. Lieber Gruss Carol

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