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Welcher Fahrradanhänger fürs Velofahren und Joggen?

Isabelle Hirschi
Isabelle Hirschi
Wann darf mein Kind in einem Veloanhänger mitfahren? Was muss ich bei einem Kauf beachten? Wann eignet sich der Fahrradanhänger auch zum Joggen? Wir haben nachgeforscht und bei der BFU, Beratungsstelle für Unfallverhütung, mehr erfahren.

Hochschwanger mit unserer Tochter hatten wir gehofft, dass unser «grosser», damals 1,5-jähriger Junge, bald einmal Gefallen am Laufen und Spazieren finden wird. Wunschdenken seitens der Eltern. Spazieren zum Spielplatz: Kind rennt topmotiviert voraus. Waldspaziergang: Kind geht nach 30 Metern keinen Schritt mehr und will in den Buggy.

 

Also musste eine Lösung her. Kurzfristig haben wir ein Buggyboard zu unserem Kinderwagen gekauft. Sehr praktisch, um kurz mit beiden Kindern einkaufen zu gehen. Für längere Strecken aber doch eher unbequem für den schiebenden Elternteil. Zur Diskussion standen daher entweder ein Geschwisterwagen oder ein kombinierter Fahrradanhänger/Jogger. Den Geschwisterwagen haben wir nach kurzer Recherche ausgeschlossen und uns für den flexibleren Fahrradanhänger/Jogger mit Babyeinsatz und viel Stauraum entschieden.

 

Fahrradanhänger oder auch Jogger haben allerdings auch Nachteile. Sie sind zum einen in der Anschaffung teuer, zum anderen braucht man relativ viel Platz, um sie zu parken, da sie auch grösser und oft breiter sind.

 

Der Vorteil: Der tiefe Schwerpunkt sorgt für eine gute Strassenlage und auch auf unebenen Wegen und bei hoher Geschwindigkeit fahren die Wagen stabil. Jogger haben deshalb einen leichten Rahmen, eine gute Federung und grosse Luftreifen.

Hochwertige Fahrradanhänger sind Multitalente und einige sind auch fürs Joggen geeignet! Möchtest du also öfters Joggen gehen, ist ein spezieller Kinderwagen wichtig, da dieser speziell für den sportlichen Einsatz zugelassenen sein muss. Solche «Jogger» haben im Gegensatz zu einem normalen Wagen übrigens immer nur drei Räder.

Alter der Kinder zum Mitführen im Fahrradanhänger

Nimm dein Kind erst dann im Laufwagen zum Joggen oder mit dem Fahrrad mit, wenn es bereits den Kopf selbst halten und alleine sitzen kann. So lange dein Kind den Kopf noch nicht gut kontrollieren kann, besteht sonst die Gefahr eines Dezelerationstraumas. Dieses kann entstehen, wenn der Kopf nach vorne geschleudert wird – z.B. bei einer scharfen Bremsung. Dabei können Verletzungen im Gehirn entstehen.

                             

Gemäss Rückfrage beim Kinderarzt erlernen die meisten Kinder in den ersten sechs bis neun Monaten die Fähigkeit, den Kopf kontrolliert zu halten. Es empfiehlt sich deshalb, Babys beziehungsweise Kleinkinder von sechs bis zwölf Monaten – allenfalls sogar bis 18 Monate oder mehr (je nach Entwicklungsstand und Grösse des Kleinkindes) – in einer Kinderschale im Fahrradanhänger zu transportieren. 

 

Der Vorteil dieser Schalen (im Gegensatz zu den weitverbreiteten Hängematten im Fahrradanhänger) liegt darin, dass das Kind körpernah geschützt wird. Ein weiterer Vorteil sind die seitlichen Schutzelemente. Die sichere Mehrpunktbefestigung der Schale im Anhänger muss sichergestellt sein.

Im Anhänger-Kindersitz, also ohne Schale, sollte man das Kind erst ab etwa 20 Monaten herumfahren, da es erst ab diesem Alter einen Helm tragen kann.

 

Die Obergrenze zum Mitführen der Kinder liegt bei etwa sieben Jahren.

Die Investition in einen sicheren und qualitativ hochwertigen Velo- oder Laufwagen lohnt sich. Der Fachhandel kann Auskunft dazu geben, welche Modelle für den jeweiligen Typ Anhänger vorhanden und geeignet sind.

Ich habe eine Checkliste für den Kauf eines hochwertigen Fahrradanhängers oder Joggers zusammengestellt:

1. Was ist wichtig bei der Auswahl?

  • Sicherheitsempfehlungen und gesetzliche Bestimmungen: Anhänger mit der Normbezeichung EN 15918 auswählen
  • Konstruktion und Räder: Ideal sind Räder mit 16 bis 20 Zoll (Luftbereifung). Das Gefährt braucht einen langen Radstand, einen niedrige Schwerpunkt und muss stabil gebaut sein.
  • Verarbeitung: Robust, gut verarbeitet und wetterfest
  • Überrollbügel und genügend Kopffreiheit fürs Helmtragen und im Fall eines Überschlags
  • Gute Federung
  • Gurt: Ein Kind muss von Gesetzes wegen immer angeschnallt sein. 5-Punkt-Gurt. Verstellbar.
  • Griff: Der Griff des Laufkinderwagens sollte in der Höhe verstellt werden können.
  • Bremsen: Um eine Sportzulassung zu erhalten, muss der Wagen über eine Hand- und Feststellbremse verfügen. Achtung, der Bremsweg verlängert sich durch das Gewicht.
  • Fangband ums Handgelenk: Beim Joggen = Vorschrift
  • Reflektoren und Rücklicht (Nacht) an Front, Seiten und Rückteil erhöhen die Sicherheit.
  • Wetterfest und luftdurchlässige Abdeckplane (Luftzirkulation)
  • Maximale Traglast berücksichtigen: Anzahl Kinder

2. Sicherheit fürs Kind beim Ausfahren

  • Geeignete Kleidung (Achtung Zugluft) für den kleinen Begleiter oder die Begleiterin und guter Sonnenschutz sind wichtig!
  • Übe das Velofahren und/oder Joggen mit Kind, bevor grössere Touren anstehen.
  • Während der Laufrunde oder dem Fahren sollte dein Kind auf keinen Fall essen oder trinken, da es sich verschlucken könnte!
  • Eine Stunde Joggen am Stück reicht, eine Fahrradtour kann auch ein wenig länger dauern.
  • Dreieck-Flagge aus orangefarbenem Material gut sichtbar am Veloanhänger befestigen.

Mein Fazit:

Überlege, für was du deinen Kinderwagen oder Anhänger brauchen möchtest. Fällt deine Wahl auf einen Jogger oder Fahrradanhänger, achte auf oben aufgeführte Punkte. Die Sicherheit für den Kindertransport sollte sowieso bei jeder Ausfahrt im Kinderwagen oder Fahrradanhänger/ Jogger an allererster Stelle stehen. Gehe keine Kompromisse ein – dann freuen sich Gross und Klein.

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