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Narbenpflege leichtgemacht

Corinne Dubacher
Corinne Dubacher
Eine Operation, ein Schnitt, eine Verbrennung – Narben gehören zum Leben dazu. Trotzdem sieht man sie selten als Trophäe. Lieber möchte man sie schnell wieder loswerden. Wir haben die Tipps für die richtige Narbenpflege – von selbst gemachten Cremes bis zur Narbenentstörung.

Narben kommen in vielen Grössen und Formen: lang, kurz, schmal, breit. Manche sind kaum sichtbar, andere auffällig. Eines haben Narben jedoch gemeinsam. Sie erzählen eine Geschichte, sind ein Zeichen, dass man etwas überstanden, ja manchmal sogar überlebt hat. Deshalb sollte man Narben mit Stolz tragen, sie nicht verdecken oder sich dafür schämen. Leichter gesagt als getan, denn nicht jede Naht ist ein Hingucker. Komplett verschwinden werden Narben zwar nicht, aber mit der nötigen Ausdauer und der richtigen Narbenpflege bleibt im Idealfall nur ein blasser Strich.

Wie Narben entstehen

Die meisten Narben entstehen nach einer Operation oder einem Unfall. Doch auch Stürze (ich erinnere mich an den Sturz in einen Maschendrahtzaun) oder Verbrennungen (am Herd, am Backofen, kochendes Wasser) können bleibende Narben hinterlassen.

 

Insbesondere frische Narben brauchen viel Pflege, damit sie «ausreifen» können, weich und elastisch werden. Denn bis die Narbe «fertig» ist, benötigt sie bis zu zwei Jahre. In dieser Zeit kann man viel tun, um das Aussehen der Narbe zu beeinflussen.

Wie pflege ich meine Narbe?

Narbencreme- und gel

   
 

Narbenpflegeprodukte wie Cremes oder Gels gibt es rezeptfrei in der Apotheke. Sie sind eine gute und einfache Möglichkeit, die Haut zu pflegen.

 

  • Der Tipp von einer Apothekerin: Louis Widmer Augencreme zur Narbenpflege verwenden.

 

Bei den meisten Produkten reicht eine Anwendung pro Tag, vorzugsweise vor dem Schlafengehen. Obwohl es verlockend ist, möglichst dick aufzutragen, ist das oft gar nicht nötig. Besser nur eine kleine Menge in die Haut einmassieren, dafür täglich. Die Massage hat gleich mehrere Vorteile: Das Gewebe wird besser durchblutet und verheilt schöner. Ausserdem kann man Verklebungen vorbeugen.

 

Die Narbenpflege erfordert zwar viel Geduld und Durchhaltewillen, aber Dranbleiben lohnt sich. Denn nach einer Weile zeigen sich die ersten Ergebnisse: Die Naht wird flacher und blasser.

Eincremen als Abendritual

   
 

Wer es nicht so mit Routinen hat (ich eingeschlossen) und das Eincremen öfter mal vergisst, stellt sich täglich um die gleiche Uhrzeit einen Reminder. Was auch hilft: Die Creme aufs Nachttischchen legen und die Narbe im Bett pflegen. Danach nur noch Augen zu und ab ins Land der Träume. 

Natürliche Produkte und Hausmittel zur Narbenpflege

   
 

Für die Narbenpflege mit natürlichen Produkten – oder wenn die Narbe juckt – eignet sich zum Beispiel die Ringelblumensalbe. Sie fördert die Wundheilung, wirkt entzündungshemmend und abschwellend.

 

>> Du möchtest die Ringelblumensalbe selber herstellen? Hier geht’s zum Rezept

Bleiben wir doch noch rasch in der Küche: Gönne älteren Narben ab und zu eine Massage mit Olivenöl. Das lässt die Narbe zwar nicht verschwinden, hält aber das Gewebe geschmeidig.

Narbenpflaster

   
 

Nebst Cremes und Gels gibt es spezielle Narbenpflaster mit Silikon. Vor allem bei frischen Narben können die Pflaster die Kollagenbildung und somit die Narbenreifung beschleunigen. Die Narbe wird mit viel Feuchtigkeit versorgt und dadurch flacher, weicher und elastischer. Du hast eine ältere Narbe und möchtest ihr etwas Gutes tun? Auch ältere Narben können vom Pflaster-Treatment profitieren.

 

Anwendung: Pflaster aufkleben und während 24 Stunden tragen. Die meisten Pflaster sind wasserfest und wiederverwendbar, sodass man nicht für jeden Tag ein neues Pflaster braucht.

Weitere Tipps für die Narbenpflege:

  • Hach, die liebe Sonne. Leider kann direktes Sonnenlicht die noch frische Narbe verfärben. Deck die Narbe ab oder schütze sie mit einem Sunblocker.
  • Scheuernde Kleider oder kratzende Stoffe können die Haut reizen und zu wuchernden Narben führen.
  • Vermeide Spannungen und Dehnbewegungen in der Nähe der Narbe, um ein Reissen zu verhindern.

Entstörung von Narben

Manche Narben kribbeln und jucken, andere wiederum verursachen Beschwerden an anderen Körperstellen. Wenn Energieleitbahnen (Meridiane) durchtrennt werden, kann es sein, dass irgendwo im Körper Schmerzen auftreten, die man zuerst gar nicht mit der Narbe in Verbindung bringt. Man fühlt sich unwohl, weiss aber nicht genau wieso. Mit einer Narbenentstörung werden Blockaden gelöst, Energien können wieder fliessen. Die Behandlung ist absolut schmerzfrei, meistens braucht es nur wenige Sitzungen.

Wie lange sollte ich die Narbe pflegen?

Ob, zwei, drei oder 12 Monate, pflegen Sie sie so lange, bis Sie mit dem Ergebnis zufrieden sind, sich in Ihrer Haut wohl fühlen. 

Gut zu wissen:

  • arzt-koffer
    Narbenentstörung

    Eine Narbenentstörung ist frühestens drei Monate nach einer Operation möglich. Sie wird von Naturheilärzten und Heilpraktikern angeboten.

  • telemedizin-allgemein
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