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Was tun bei Blasenentzündung?

Patrizia Catucci
Patrizia Catucci
Jede zweite Frau leidet in ihrem Leben mindestens einmal an einer Blasenentzündung. Erfahre, woher das kommt, wie du vorbeugen und was du selbst dagegen tun kannst.

Bei manchen Frauen braucht es für eine Blasenentzündung nicht viel mehr als ein nasses Badekleid. Das ist mühsam, vor allem, wenn es immer wieder passiert. An sich ist ein Harnwegsinfekt harmlos und heilt schnell wieder aus.

 

Kompliziert wird es erst, wenn die Keime über den Harnleiter ins Nierenbecken aufsteigen und dort eine Nierenbeckenentzündung auslösen. Nebst Brennen und häufigem Wasserlassen sind dann hohes Fieber und ein starkes Krankheitsgefühl die typischen Symptome. Eine Nierenbeckenentzündung muss immer ärztlich behandelt werden.

Wie entsteht eine Blasenentzündung (auch Zystitis genannt)?

Meistens durch das Eindringen von Darmbakterien in die Blase. In ihrer natürlichen Umgebung machen diese Bakterien keine Probleme. Gelangen diese jedoch über die Scheide in die Harnröhre, können sie dort eine Entzündung fördern. In seltenen Fällen sind Viren oder Pilze die Erreger.  

Wie häufig ist eine Zystitis?

Sehr häufig. Expert:innen sprechen davon, dass mehr als jede zweite Frau in ihrem Leben mindestens einmal eine Zystitis hat. Bei fünf bis zehn Prozent dieser Mädchen und Frauen kommt die Blasenentzündung immer wieder zurück.

Was sind die Risikofaktoren?

Zu den Risikofaktoren zählen:

 

  • häufiger Geschlechtsverkehr
  • Blasen-Katheter
  • ein geschwächtes Immunsystem
  • Diabetes mellitus
  • Unterkühlung
  • Stress und Schwangerschaft.

 

Vielleicht hast du den Begriff «Honeymoon-Zystitis» schon mal gehört?

Der Name kommt davon, dass frisch verliebte Paare kaum die Finger voneinander lassen können und dementsprechend viel Sex haben. Durch die vermehrte Reibung beim Geschlechtsverkehr finden Darmbakterien leichter den Weg in die Scheide, was wiederum eine Blasenentzündung auslösen kann.

Wie erkenne ich eine Blasenentzündung?

Du musst ständig auf die Toilette, aber es kommen nur kleine Mengen Urin? Zudem brennt es beim Wasserlassen? Das sind die typischen Symptome einer Blasenentzündung. In manchen Fällen ist zudem der Urin trüb und riecht unangenehm. Auch krampfähnliche Schmerzen in der Blase sind häufig.

 

Blasenentzündung beim Mann?

Auch Jungs und Männer können daran erkranken, aufgrund ihrer Anatomie jedoch viel seltener. Das liegt daran, dass die Harnröhre bei Frauen viel kürzer ist als bei Männern.

Habe ich immer die gleichen Symptome?

Es ist durchaus möglich, dass du keine typischen Beschwerden hast, und trotzdem hast du einen Harnwegsinfekt. Ob eine Blasenentzündung vorliegt, können Ärzt:innen mit einem einfachen Urintest feststellen.

Gut zu wissen:

Schwangerschaft und Blasenentzündung

Hormonelle Veränderungen in der Schwangerschaft und in den ersten Wochen nach der Geburt können dazu führen, dass sich die Harnwege erweitern und die Bakterien leichter eindringen. Wenn du schwanger bist und eine Blasenentzündung vermutest, vereinbare schnellstmöglich einen Termin bei deinem Arzt oder deiner Ärztin.

Tipps, damit die Blasenentzündung schnell wieder verschwindet:

  • Viel trinken. Mindestens 1.5 Liter pro Tag, ideal sind stilles Wasser oder ungesüsster Kräutertee. Spezielle Blasentees oder Preiselbeersaft können ebenfalls helfen, da sie die Funktion der Blase unterstützen. Das viele Trinken fördert häufiges Wasserlassen und somit das Ausspülen der Bakterien.
  • Auf Geschlechtsverkehr verzichten, bis die Entzündung ganz abgeklungen ist. Andernfalls kann es passieren, dass die Blasenentzündung erneut aufflammt.
  • Halte dich warm. Eine Wärmflasche auf dem Bauch kann die Schmerzen zusätzlich lindern. Auch die Füsse sollten jetzt schön warm bleiben.  
  • D-Mannose (erhältlich in Tablettenform oder zum Trinken) ummantelt die E.coli-Bakterien und neutralisiert sie. Mit dem nächsten Urin werden die Erreger einfach ausgespült. Wer häufig unter einer Zystitis leidet, kann D-Mannose auch einmal pro Woche zur Vorbeugung einnehmen.

Blasenentzündung vorbeugen

  • Intimhygiene nicht übertreiben: Die Scheide ist ein selbstreinigendes Organ. Damit die Scheidenflora intakt bleibt, ist weniger tatsächlich mehr. Am besten den Schambereich nur mit warmem Wasser reinigen oder ein mildes Intimwaschgel verwenden. Auf Intimdeos oder Scheidenspülungen verzichten.
  • Bei wiederkehrenden Entzündungen der Scheide – und vor allem nach der Einnahme von Antibiotika – kann eine Kur mit Milchsäurebakterien helfen, diese guten Bakterien in der Scheide wieder anzusiedeln.
  • Nicht sehr erotisch, dafür wirksam: Möglichst rasch nach dem Sex (innerhalb von 15 Minuten) die Blase leeren. Dadurch werden krankmachende Keime direkt wieder ausgespült.
  • Harndrang nicht zu lange unterdrücken.  
  • Von vorne nach hinten wischen: Wenn Darmbakterien in die Scheide gelangen, können sie Infektionen der Harnröhre verursachen. Deshalb nach dem Stuhlgang immer von der Scheide zum Po wischen.
  • Slips aus natürlichen Materialien wie Baumwolle lassen die Haut atmen und können bei 60 Grad Celsius gewaschen werden. Die hohe Temperatur hilft, Keime zu töten.
  • Nach dem Schwimmen feuchte Badekleider wechseln. Allgemein gilt: Sich um die Hüfte herum warmhalten und darauf achten, keine kalten Füsse zu bekommen.
  • Öfter mal Pause machen: Stress kann das Immunsystem schwächen und dies wiederum begünstigt Infektionen.

Wann zum Arzt?

Eine leichte Blasenentzündung klingt meist innerhalb von ein paar Tagen wieder ab. Wenn man aber zusätzlich Fieber bekommt oder immer wieder unter Blasenentzündungen leidet, ist ein Arztbesuch ratsam. Immungeschwächte Personen und Diabetiker:innen sollten beim Verdacht einer Blasenentzündung immer einen Arzt oder eine Ärztin aufsuchen.

 

Dasselbe gilt für Männer, Kinder und Schwangere. Männer haben zwar seltener einen Harnwegsinfekt, aber der Verlauf ist oft komplizierter. Darum lieber einmal mehr durchchecken lassen.

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